"Zufällig naht man sich" ...

der Welt des Kairos.

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer!

„Zufällig naht man sich, man fühlt, man bleibt, und nach und nach
wird man verflochten…“ So beschreibt Goethe einen beginnenden
„Roman“ der Liebe. Vielleicht geht es Ihnen oft ähnlich. Vielleicht
geht es Ihnen auch so mit Kairos, mit unserer Gruppe?

Viele sind sich nur ihrer Uhrzeiten und Kalendertermine bewusst.
Manche suchen irgendwann einen Ausgleich in der Begeisterung
für Mond- und Mayazyklen oder teilen sich das Jahr (und ihre Be-
ziehungen) astrologisch ein. Wer überhaupt schon den „Kairos“
entdeckt hat (und sei es noch so undeutlich), ist, so glaube ich,
schon einen großen Schritt weiter. Er hat – vielleicht noch ein
wenig zaghaft - eine Richtung eingeschlagen, die ihn zur Kraft
einer spezifisch menschlichen Zeit führen wird. Der Kairos ist
nämlich Zeit, bedeutungsvolle Zeit. Unser Wachstum hat sich am
Wandel dieser Zeit-Bedeutung zu orientieren. Dann entfalten wir
uns nicht bloß willkürlich, sondern sinnvoll. Und werden auf diesem
Weg, wer wir sind. Also ist dieser (Kairos-) Weg eine Art Bewusst-
seinsaufstieg? Ich denke ja. Und zwar in vier Stufen:

Stufe Eins: Ich entdecke meinen PERSÖNLICHEN Kairos . Seine Kraft
zeigt sich unmittelbar im Kairos-Moment. Ich erfahre einen Moment
lang Einheit, Harmonie, Erneuerung … in einem Telefonat, einer unwahrscheinlichen Begegnung, einer genialen Problemlösung,
einem perfekten Auftritt.

Stufe Zwei: Ich erkenne die schöpferische Kraft des Kairos mittelbar
in meiner SOZIALEN Lebensberufung, in meiner ureigenen sozialen
Aufgabe für die anderen. Das hängt nicht so sehr davon ab, was ich
mache, sondern wie und wann ich mich genau in meinem Umfeld
positioniere. Letztlich hat jeder von uns den anderen etwas Einmaliges
zu geben und findet in diesem Besonderen seine soziale Erfüllung und
(auch finanzielle) Anerkennung.

Stufe Drei: Im Weitergehen erkenne ich den Kairos nicht nur als meine,
sondern auch als unsere schöpferische Kraft und dies wiederum in einem doppelten Sinne. Jeder von uns weiß, dass er und sein Unternehmen
Teil eines größeren Ganzen ist. Dieses Wissen ist aber oft schemenhaft,
in Zeitungslektüre gepackt, im unbewussten Mitschwimmen im Zeitgeist verkapselt. Die Wirklichkeit eines HISTORISCHEN Kairos erschließt sich
auch schwieriger, weil sie mit verschiedenen menschlichen „Mittel- und Langwellen“, Generations- und Kulturfelder zu tun hat, die einer eigenen Kenntnis bedürfen. Auf fast spukhafte Weise erreichte diese Dimension
unsere Großeltern für 12 Jahre in der nationalsozialistischen „Bewegung“.
Wir spürten oder erahnten vielleicht beim Mauerfall oder Finanzcrash
etwas davon. Ein Bewusstsein des historischen Kairos ist aber für jeden
mehr als hilfreich, der sich mit seinem Schiff (Unternehmen) auf das Meer
der Volkswirtschaft oder der „Gesellschaft“ hinauswagt.

Stufe Vier: Ich entwickle ein immer umfassenderes GEISTIGES KAIROS-BEWUSSTSEIN, welches mein ganzes Leben durchdringt und mir eine unzerstörbare innere Harmonie ermöglicht. Hier erkenne ich, dass alle menschliche Dynamik mit Kairos zu tun hat. Ich lerne, dass der realen
Welt des Menschen ein schöpferisches www zugrunde liegt, in dem
alle Zeiten und Muster aufeinander bezogen sind. Dieses Netz ist
unsichtbar und zieht doch alles Denken, Fühlen und Tun an wie das Cyberspace. Hier verwandelt sich mein äußeres Zeitverständnis in
ein inneres, das Streben nach direkten Vorteilen in eine schöpferische spielerische Lebensgrundhaltung.

Der Umgang mit dem Kairos ist für jeden von uns ein ganz persönlicher
Weg. Darüber mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und Ihre Fragen zu beantworten, ist mein Anliegen.

Zurück zum Anfang. Wir haben bereits begonnen, die Welt des Kairos gemeinsam mit Ihnen zu entdecken. Am Anfang alles Entdeckens steht
das Staunen, sagen die alten Philosophen. Oder anders gesagt: Am
Anfang gilt es, aufmerksam zu werden im Hier und Jetzt. Ich wünsche
Ihnen und mir, im Heute viele bedeutungsvolle Momente wahrzunehmen –
und zu genießen.

Wir freuen uns, wenn sich so aus dem „Zufällig naht man sich …“ ein
„Ich werde immer wieder überrascht von der Welt des Kairos“ wird.

Herzliche Grüße und eine bedeutungsvolle Woche
Karl Hofmann

29. Juli 2010

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