Eine Heimat für den Geist.

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Liebe Gruppenmitglieder,

ich gehe mal davon aus, dass Sie alle eine feste Adresse
und eine feste Wohnstatt haben. Und außer vielleicht im
freiheitlichen Urlaub wird niemand von Ihnen auf einer Plane
im Wald oder unter einer Brücke hausen. Ihre Person, Ihr
Körper hat eine Heimat.

Doch was ist mit Ihrem Geist? Wo ist der? Hat auch der
eine Heimat? „Na klar!“, werden nun vielleicht einige von
Ihnen denken, „Mein Geist ist bei mir, wo soll er sonst sein?!“ –
Was auf den ersten Blick auch plausibel klingt.

Aber: der entwickelte Geist ist eigenständig. Der bleibt nicht
wie ein braves Hündchen ‚bei Fuß‘. Der Geist streift umher
wie eine wabernde Wolke, von hier nach da und von dort
nach links unten oder oben. Und dabei sucht er Orte, an
denen er andocken kann. Orte, die zu ihm passen. Der
Geist sucht eine Heimat …

Mir ist das am letzten Wochenende erst wieder extrem
bewusst geworden. Durch den Tod eines mir sehr nahe
stehenden Menschen, weise, gütig und klug, mit dem ich
immer alles aus allen Perspektiven erörtern, analysieren,
bereden konnte, fehlte mir lange Zeit ein adäquater
Gesprächspartner. Nette, angenehme, teilweise auch
liebevolle Gespräche hatte ich in meinem Umfeld genug,
aber sie hatten nicht die Tiefe, nicht die Intensität dieser
anderen Gespräche.

Nun, an diesem Wochenende, war ich längere Zeit mit
einem Menschen zusammen, mit dem ich genauso intensiv
und fortlaufend über alle möglichen Themen reden konnte.
Dabei überkam mich anfangs eine so große Traurigkeit, dass
sogar Tränen kullerten, weil mir da schlagartig bewusst
wurde, WIE sehr ich solche Art von Gesprächen vermisst
hatte. Mir wurde in dem Moment schmerzhaft klar: Mein
Geist hatte lange Zeit keine Heimat gehabt! Und nun tat
sich eine neue Tür, zumindest vorübergehend auf. Das war
einfach nur schön!

Warum erzähle ich Ihnen so Privates von mir?
Weil ich Ihnen und Ihrem Geist friedliche Ruhe wünsche –
und die gibt es nicht ohne Heimat. Dann nämlich bekommt
auch das Ausschwirren des Geistes eine ganz andere Qualität.
Denn er hat Halt in seiner Heimat, hat den inneren Bezug und
kann somit auch die äußeren Eindrücke viel besser zuordnen.
Wir selbst bekommen innerlich einen festen Stand, wir können
dann mit dem Geist ein gutes Gespann bilden zum Wohle
unserer inneren Ganzheit.

Wenn Sie bei sich Anzeichen von Schwäche, Zagen, Unruhe
oder Wankelmut wahrnehmen, schauen Sie doch einfach mal,
wo Ihr Geist ist. Vielleicht ist er grad wieder auf der Suche
nach innerem Halt, seiner Heimat.

Ich wünsche Ihnen allen stets ein gemütliches Heim für sich
selbst und eine Heimat für Ihren Geist.

Mit lieben Grüßen
Christina Broda

10. Juli 2013


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