Haben Sie sich lieb?

Bleiben Sie dran!

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer.

Kennen Sie das, diese Unzufriedenheit mit sich selbst. Dieses Gefühl,
noch weit hinter seinen Vorstellungen zu leben und noch nicht da und
dort angekommen zu sein. Und schließlich ist da noch der eigene
Kontostand, der noch so viel besser werden kann. …

Viele von uns kommen zu dem Schluss, es müssen neue Methoden und
Techniken her, um an der Großbaustellen „Wie werde ich so, wie ich sein
will?“ schneller voranzukommen. Neue Selbstentwicklungswerkzeuge
werden ausprobiert und irgendwie landen viele im Nahkampf mit sich
selbst. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Schließlich habe ich eine
jahrelange ansehnliche Karriere als „Nahkämpfer mit mir selbst“ durchlebt.

Am Wochenende nutzte ich die Gelegenheit eines längeren Strandspazier-
ganges und dabei fiel mir einiges auf. Das sonnige Wetter führte zu einem lebhaften Treiben am Strand. Ich hatte meine Freude, die vielen Vorgänge
zu beobachten. Da gab es:
- Kinder, die ausgelassen rumtobten
- Väter, die eifrig Sandburgen bauten
- Angler, die geduldig ihre Köder präparierten,
- Omas und Opas, die mit Kindern spielten
- Jogger
- Menschen, die in Gespräche vertieft am Strand spazieren gingen
- Menschen, die sich in ein Buch vertieften
- oder andere, die einfach die Sonne genossen …

Trotzdem allen Treibens mit Kindergeschrei usw. bemerkte ich eine Art
Harmonie, die über dem Ganzen lag und irgendwie Alles mit Allem
verband. Erst war es eine unbewusste Wahrnehmung, eher eine Ahnung,
und dann wurde es langsam deutlicher. Später – genauer gesagt erst
am nächsten Tag, als ich erneut das Treiben beobachtete – wurde mir
klar, um was es geht:

Diese Menschen, taten einfach, was Sie liebten und waren frei von dem
was Sie sein sollten oder müssten. Ja, hier am Strand konnte jeder das
tun, was er im Tiefsten seines Herzen gerne tun wollte. Diese Menschen
hörten also auf sich und gaben sich Raum und Zeit für ihre Neigung.
Deshalb gab es diese Harmonie trotz des regen Treibens.

Das ist doch, was wir suchen? Stimmt’s? Dieses selbstvergessene Tun,
das unserem inneren Sein entspricht. Das wirklich Tolle an der Sache:
Es braucht keinen Kampf um etwas, sondern es ist eher ein Zulassen,
von dem was in uns ist. Wie heißt es so schön im Lied „Zieh Deinen Weg“
von Herbert Grönemeyer:

Zier Dich nicht.
Versuch zu sein und nicht zu scheinen.
Genieße Dich.
Binde dich nie an nur eine Idee, verschreib dich nicht nur einer Idee.
Zier dich nicht.
Bleib mit dir im Reinen.

Wenn Sie sind, was Sie sind, ohne Schein-Image und ohne das übliche
Tamtam, was Sie sein sollten und müssten: Dann sind Sie einfach ein
Glück, und zwar für sich und für die anderen.

Wie kommen Sie dorthin? Ganz einfach. Mit Selbstliebe. Lieben Sie sich
doch selbst so, wie Sie Ihre größte Liebe Ihres Lebens geliebt haben.
Warum denn nicht? Schließlich sind Sie das schönste Geschenk was es
gibt, oder?

Können Sie sich vor dem nächsten Spiegel stellen und dies zu sich sagen:
(Drehen Sie ruhig mal die Boxen auf) Ist es Ihnen gelungen, ohne Tränen dranzubleiben? Machen Sie einfach weiter.

Eine Woche des Dranbleibens wünscht Ihnen
Ihr Erhard Golla

28. September 2011


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